FÜR ALLE, DIE ANDERS SIND

„Ich sah in der Ruine des römischen Stadions von Plovdiv einen Türken, einen Bulgaren und drei Roma-jungen, die es auf meine Kamera abgesehen hatten. Verunsichert machte ich das Victoryzeichen und rief dazu >Peace!<, wie das in dieser Kombination einmal bei den Hippies üblich war. Die Bewegung der Jungs verwandelte sich in gespielte Scheinangriffe und dann in einen Tanz. Sie lachten und ich machte einige Aufnahmen mit meiner Praktika. Später rauchten wir zusammen und sprachen Russisch miteinander. Das war unsere gemeinsame Fremdsprache.“ (Matthias Möbius, 1985 / 2016)

 

Am Ewigkeitssonntag (20.11.2016) wird in der Ev.-Luth. Pauluskirche Leipzig-Grünau (Alte Salzstr. 185, 04209 Leipzig, Tel.: 0341 / 4112145) nach dem Gottesdienst (11.30 Uhr) die Photoausstellung
„FÜR ALLE, DIE ANDERS SIND“ von Pfarrer Matthias Möbius eröffnet. Es spricht Herr Reinhardt Kranz. Luise Möbius (Querflöte) und Elke Bestehorn (Klavier) spielen die „Fantasie“ op. 79 von Gabriel Fauré. Die Ausstellung ist noch bis Ende März 2017 zu sehen. Öffnungszeiten: Mo 9-12 Uhr, Mittwoch 15-18 Uhr, nach den Gottesdiensten und nach Vereinbarung (0341 / 4112145)

Matthias Möbius wurde 1957 in Dresden geboren und befaßt sich seit seiner Kindheit mit Reise- und Straßenphotographie. Er arbeitet seit 1985 als evangelischer Pfarrer in Leipzig-Grünau. Seit der Wende organisiert er regelmäßig Ökumenische Studienreisen, v.a. in biblische und zunehmend auch in islamische Länder. Bei seinen privaten und dienstlichen Unternehmungen konnte er viele fremde Menschen kennenlernen und ihnen mit der Kamera in`s Auge sehen. Die Ausstellung zeigt Portraits, die in den letzten Jahren weltweit zwischen Kalifornien und Bali entstanden sind. In einem Wechselrahmen hat der Besucher die Möglichkeit, zwischen Verkleideten, Verschleierten und solchen „die anders sind“ in einen Spiegel zu schauen.

 

„Wer sein Land nie verlassen hat, ist voller Vor-Urteile.“
(Carlo Goldoni)

„Toleranz sollte eigentlich nur eine vorübergehende Gesinnung sein: Sie muß zur Anerkennung führen!“
(Johann Wolfgang von Goethe)

„Die Glaubwürdigkeit aller Religionen wird künftig davon abhängen, daß sie mehr betonen, was sie eint, und weniger, was sie voneinander trennt.“
(Hans Küng)

„Seid Flaneure! Laßt Euch treiben. Benutzt alle Verkehrsmittel. Wohnt in jeder Klasse Hotel. Redet mit allen, die auf Euch zugehen. Findet die weiche Stelle in der Fremde. Betont im Fremden das Vertraute!“
„Man kommt mit Sicherheit toleranter zurück!“
(Roger Willemsen)

„Das eine Auge des Photographen schaut weit geöffnet durch den Sucher. Das andere, das geschlossene, blickt in die eigene Seele.“
(Henri Cartier-Bresson)