Kurzbericht vom Ökumenischen Gemeindeabend

„Organspende – Chancen und Bedenken aus medizinischer und religiöser Sicht“

Auf großes Interesse ist am 24.01.2014 der zum Auftakt des katholischen Kirchweihfestes veranstaltete ökumenische Gemeindeabend gestoßen. Etwa 100 interessierte Gäste aus den Gemeinden St. Martin, Paulus, aber auch aus den Nachbargemeinden verfolgten die Ausführungen der Referenten zum Thema „Organspende – Chancen und Bedenken aus medizinischer und religiöser Sicht“.  Der Leiter der Intensivstation der Uni-Klinik Leipzig, Dr. Sven Bercker, informierte zunächst darüber, bei welchen Patienten eine Organspende überhaupt in Betracht kommt und wie man sich das Procedere im Einzelnen vorzustellen habe. Neben dem medizinischen Aspekt war es Dr. Bercker wichtig aufzuzeigen, dass die Frage des Ob und Wie einer Organspende auch einen familiären Aspekt hat. Er plädierte deutlich dafür, im engen Familienkreis darüber zu diskutieren und gemeinsam einen Standpunkt zu entwickeln. Damit bliebe es den Angehörigen im Ernstfall erspart, in einer ohnehin schwierigen Situation des Abschiednehmen Müssens auch noch vor die Entscheidung gestellt zu werden, ob sie einer Organentnahme zustimmten. Der Anschlussreferent, Krankenhausseelsorger Pfarrer Rolf-Michael Turek, ging neben weiteren medizinischen Fragen wie der Unterscheidung von Organ- und Gewebespenden insbesondere darauf ein, wie die Angehörigen unter religiösen Aspekten Beistand finden könnten. Im Anschluss an die beiden Referate entwickelte sich eine lebhafte Diskussion mit Fragen und Beiträgen aus dem Publikum. Neben Informationsmaterial hatte jeder Gast die Gelegenheit, einen Organspende-Ausweis zum Ausfüllen mitzunehmen. Der Vordruck enthält übrigens neben der Festlegung, welche Organe/Gewebeteile zur Transplantation entnommen werden dürfen auch die Optionen, einer Entnahme gänzlich zu widersprechen oder eine Person anzugeben, auf die diese Entscheidung übertragen wird.

Restliches Informationsmaterial sowie die Vordrucke der Organspende-Ausweise liegen für diejenigen, die am Gemeindeabend nicht teilnehmen konnten, noch zur Mitnahme bereit.

Jasmine Schwarzer